­

Brustkrebs-Therapie: Verein bezahlt neue Krankenschwester

17.480 Runden drehten die Starter am 15. Juni 2013 beim Lauf für das Leben am Sportinstitut. Die Mühe hat sich gelohnt: Mit den Spenden, gezahlt von Sponsoren, wurde eine Stelle im Krebszentrum der Universitätsmedizin finanziert.

14. Mai 2014

Andrea Schmidt-Schweda trägt eine ungewöhnliche Dienstbezeichnung: „Breast Care and Cancer Nurse“. Übersetzt bedeutet das, Schmidt-Schweda arbeitet als Krebskrankenschwester und Beraterin im Universitätskrebszentrum – für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind.

„Viele Frauen sind nach der Diagnose überfordert, müssen aber schnell lebenswichtige Entscheidungen treffen“, sagt Prof. Dr. Lorenz Trümper, Direktor des Göttinger Krebszentrums (G-CCC). Denn im Gewusel von 38 Kliniken, Instituten und Einrichtungen, die im G-CCC zusammengeschlossen sind, ist es – nicht nur für Schwerkranke – schwierig den Überblick zu behalten.

Andrea Schmidt-Schweda sieht sich deshalb als Lotsin, die krebskranke Frauen durch Kranken- und Klinik-Alltag führt. „Alles ist auf einmal neu, alles ganz anders, das Leben dreht sich um“, schildert Margitta Degener, Vorsitzende von Horizonte, Verein zur Unterstützung brustkrebskranker Frauen. „Wir wissen, was die Frauen bewegt, was in bestimmten Momenten nötig ist, vor allem wenn nach der Diagnose eine Flut von Informationen auf eine psychisch angeschlagene Frau einprasselt.“ Horizonte macht seit Jahren Informations- und Aufklärungsarbeit und war auch Mitveranstalter beim „Lauf für das Leben“. (Foto: © Kopietz, Thomas)

Eine Krebsdiagnose werfe viele Fragen auf, die auch Mediziner nicht immer beantworten könnten. „Wichtig sind dann Ansprechpartner wie ehrenamtliche Helfer“, weiß Mediziner Trümper. Er betont, dass für die Behandlung und Heilung einer Krebserkrankung viele Faktoren eine Rolle spielen. Eine personalisierte Medizin sei deshalb unerlässlich, die Brustkrebskrankenschwester so wichtig.

Das Krebszentrum suche generell die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen wie Horizonte, weil so die Patientinnen noch besser unterstützt werden könnten, sagt Trümper und bekommt finanzielle Hilfe: 20.000 Euro von Horizonte ermöglichen die Stelle von Andrea Schmidt-Schweda zunächst für ein Jahr. Seit dem 15. April arbeitet sie im Krebszentrum, ist dort erreichbar und ansprechbar, absolviert aber noch eine Zusatzausbildung in Essen. Für ihre Patientinnen will sie sich vor allem Zeit nehmen, um das in Ruhe zu besprechen und zu klären, was im eng getakteten Klinikalltag oft unausgesprochen und fraglich bleibt. „Ich möchte den Frauen mit meinen Infos auch Mut machen“, sagt Schmidt-Schweda. Wie es 2015 mit ihrer Stelle weiter gehen wird, das ist noch unklar. Aber dann steht am 11. Juli wieder der „Lauf für das Leben“ und ein möglicher Spendenregen für Horizonte an.

Aus der HNA vom 14.05.2014, Autor: Thomas Kopietz

zurück

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in unserer Erklärung zum Datenschutz