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Ein Herz für brustkrebskranke Frauen

Artikel aus dem Extra Tip vom 06.03.2011

Göttingen, 06. März 2011

Die Lebensbedrohung, die gravierenden Folgen der Behandlung und nicht zuletzt die Angst vor dem Verlust der Weiblichkeit. Da die Erkrankung immer noch sehr stigmatisiert wird, führen die Familien häufig ein Schattendasein.

Der Verein Horizonte Göttingen e.V. engagiert sich seit 2005 für die psychosoziale Begleitung von an Brustkrebs erkrankten Frauen während und nach der Therapiezeit. Dabei geht es vor allem um Verständnis, Begleitung und Lebensfreude. Der Verein fördert eine Vielzahl von Angeboten, die die Lebensqualität der Betroffenen verbessern: Beratung, Besuchsdienst, Patientinnen- Café, Entspannungsangebote und vieles mehr. „Häufig sind es auch die kleinen Dinge des Lebens, die in einer schweren Zeit etwas Licht in das Dunkel bringen“, sagt die Horizonte-Vorsitzende Margitta Degener. Dazu gehört in diesen Tagen auch die Verteilung von so genannten Herzkissen.

„Zum Ankuscheln, zum Trösten, zur Linderung von Seelenschmerz und zur Entlastung des Armes“, sagt Degener. Horizonte zeigt mit der Aktion ein Herz für brustkrebskranke Frauen. Die verteilten Herzkissen spenden nicht nur Trost: Auf der operierten Seite getragen entlasten die Kissen die Achselhöhle, sie lindern Druck- und Narbenschmerz und bieten Schutz bei ruckartigen Bewegungen. Degener: „Wer die Kissen zum ersten Mal betrachtet, dem fällt sicher die etwas untypische Herzform auf. Doch diese Form hat ihre Bedeutung, denn so lassen sich die Kissen bequem unter dem Arm tragen, ohne Druck ausüben zu müssen.“

Die Idee der Herzkissen kam aus den USA über Dänemark nach Deutschland, die Näherin Renate Regenhardt stellt die Kissen ehrenamtlich her und sorgte nun dafür, dass diese auch in Göttingen verteilt werden können. „Eine ganz tolle Aktion“, finden auch Prof. Dr. Günter Emons, Leiter des Brustzentrums der Universitätsmedizin Göttingen, und sein Oberarzt Dr. Shaip Ibishi. „Leider ist das Thema Brustkrebs immer noch mit einem großen Tabu verbunden, wenn nicht gerade eine Prominente wie Silvie van der Vaart betroffen ist und sich outet “, sagt Margitta Degener. Der Verein Horizonte arbeitet daran, dies zu ändern. Wer helfen möchte, kann dies durch Mitgliedschaft, Spende, Sponsoring oder ehrenamtliche Mitarbeit tun.

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