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"Horizonte" stellt Kinder in Mittelpunkt - Verein setzt sich für Betreuung von Kindern brustkrebskranker Frauen ein

Wenn eine Frau an Brustkrebs erkrankt, ist die ganze Familie in Nöten. Der "Verein zur Unterstützung brustkrebskranker Frauen - Horizonte" startet ein Projekt "Erkrankt und betroffen", das die Kinder dieser Frauen in den Mittelpunkt stellt.

Göttingen (Göttinger Tageblatt), 08. Februar 2008

30 Prozent der an Brustkrebs erkrankten Frauen sind unter 50 Jahre alt und leben mit Kindern im gemeinsamen Haushalt, heißt es in der Projektbeschreihung. Doch wenn die Mutter an Brustkrebs erkrankt, ändert sich das Familienleben radikal.

Während der Vater und andere Farnilienangehörige meist vordringlich mit der Organisation des Alltags beschäftigt sind, bleiben die Kinder mit den Sorgen und Ängsten, die mit der Krankheit verbunden sind, oft auf sich allein
gestellt.

Denn die Frauen seien meist nicht in der Lage, selbst mit den Kindern über die Erkrankung und die damit verbundenen Probleme zu sprechen, erklärt die Vorsitzende des Vereins "Horizonte", Margitta Degener. Sie berichtet von einem Kind, das mit Bauchschmerzen reagierte. Der Verdacht: Blinddarmentzündung oder Druck aus der Schule.

Andere Kinder würden mit aggressivem Verhalten auf sich aufmerksam machen. Auch sie selbst sei nach der Diagnose Brustkrebs nicht dazu in der Lage gewesen, mit ihren Kindern über ihre lebensbedrohliche Erkrankung zu sprechen. Doch zwei ihrer vier Kinder waren damals schon erwachsen. Sie hätten den Jüngeren vieles erklären können.

Auffälligkeiten vermindern

"Wenn man die Kinder einbezieht, kann man Verhaltensauffälligkeiten vermindern", haben mittlerweile Untersuchungen ergeben. Der Verein will deshalb die Kinder der Erkrankten in dieser schwierigen Lebensphase psychologisch begleiten und gegebenenfalls in Therapien weitervermitteln.

"Jede Altersgruppe reagiert anders", sagt Degener. Wichtig sei eine altersgerechte Aufklärung. In Göttingen erkranken etwa 400 Frauen im Jahr an Brustkrebs. Psychoonkologische Beratung sei derzeit nur für einen Teil der Frauen möglich. Auch hier will Horizonte helfen: Die Frauen sollen im Rahmen des Projekts insbesondere in Krisen im Krankheitsverlauf verlässliche Unterstützung erfahren.

Das Projekt "Erkrankt und betroffen" geht am Sonnabend, 1. März, an den Start und wird vom "Verein zur Heilung von Brustkrebs Komen Deutschland" unterstützt. "Gemeinsam ist man weniger allein" lautet der Titel der Auftaktveranstaltung von 16 his 20 Uhr in der Osthalle des Klinikums. Die Schirmherrschaft hat die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen (CDU), übernommen. Erwartet wird auch die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU). Das Fachforum "Erkrankt und betroffen" beginnt um 17.30 Uhr. Um 19 Uhr geben die New Orleans Syncopators ein Benefizkonzert.

Dieser Artikel erschien am 08. Februar 2008 im Göttinger Tageblatt (www.goettinger-tageblatt.de).

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